Ein deutschlandweit tätiges Messunternehmen für Abrechnungen von Heizkosten (der Name wird hier bewusst nicht veröffentlicht) verbaute in einem Haus, in dem ich eine Wohnung habe (Eigentumswohnung, WEG), alle Zähler. Die Abrechnung läuft schon seit einigen Jahren über diesen Dienst. Es wird per Funk ausgelesen, eigentlich eine gute Sache.
Meine Mieterin, eine sehr liebe über 80-jährige Oma, mag es zwar warm, aber seit 6 Jahren hat sie +/-10% die gleichen Verbrauchswerte (sie lässt die Heizung im Winter einfach auf „3“ durchlaufen). Nun kommt die Abrechnung für 2022 und die Werte sind 5-mal höher als üblich. Aus den üblichen 1000-1200 Euro Heizkosten werden plötzlich über 3000 Euro. Ich kontaktiere die Hausverwaltung: Schulterzucken. Ich kontaktiere den Messdienst: Schulterzucken. Man bietet mir an sich anzuschauen, ob der Zähler defekt ist und wenn dies nicht der Fall sein soll, würde mich das 350 Euro kosten. Die Zähler würden aber nie kaputt sein, die würden immer die richtigen Werte liefern und ich wäre der erste, wo etwas schiefgelaufen wäre. Ich begebe mich zunächst selbst auf Fehlersuche: Alle Heizungsventile sind i.O., das Heizverhalten war i.O., im ausgeschalteten Zustand zählt die Anlage nichts… Hmm. Also bestelle ich den Techniker.
Der Techniker kommt, erklärt mir genauso, dass ich mein Geld zum Fenster hinauswerfen würde, denn schließlich sei das alles Elektronik und nichts würde schieflaufen. Ich höre mir diese Argumentation zum gefühlt zehnten Mal an und lasse ihn arbeiten. Er, der vorher alle Werte im Haus ausgelesen hat (Funkauslesung), schließt sein Laptop an das Gerät an und sein Laptop sagt ihm plötzlich: Diesen Zähler hast du schon ausgelesen. Er kommt nicht weiter. Er sucht. Er telefoniert. Er sucht weiter und plötzlich ist die Ursache gefunden: In der Nachbarwohnung wurde ein Kaltwasserzähler verbaut, der dieselbe Gerätenummer hat wie mein Heizkostenzähler. Beim Funkauslesen würde der Kaltwasserzähler für beide Geräte den Wert liefern und die Abrechnung ist daher falsch.
Das war im November 2023. Bis Juni 2024 hat die Abrechnungsfirma sich totgestellt. Anrufe, E-Mails usw. brachten nichts. Als ich nun angedroht habe die Bildzeitung zu holen und den Vorgang publik zu machen wurde plötzlich neu abgerechnet, man hat mir zugesichert für alle Schäden aufzukommen und die Oma hat nun 1300 Euro zu zahlen (anstatt der 3000+ Euro).
Lehre aus dem Ganzen: Fehler können überall passieren. Prüft alle Abrechnungen auf Plausibilität!